Romfahrt des Kirchenchores St. Gregorius Spich

Am 4. Oktober war es nach einjähriger Vorbereitungszeit endlich soweit: 39 Personen – Sängerinnen und Sänger mit Familien und Freunden brachen vom Köln/Bonner Flughafen zu einer fünftägigen Chorfahrt in die ewige Stadt Rom auf. Unser Vorstand hatte in liebevoller Kleinarbeit gemeinsam mit einem Reiseveranstalter ein Programm für unseren Chor maßgeschneidert, bei dem – sofern das in so wenigen Tagen möglich ist – kaum Wünsche offen blieben.

Pfarrer Orth und unsere Ehrenvorsitzende bevorzugten die Reise mit der Bahn und erwarteten uns bereits in unserem Pilgerhotel Domus Pacis Torre Rossa Park an der Via Aurelia Antica, nur etwa 2 km westlich vom Vatikan gelegen. Am Flughafen Rom-Fiumicino nutzten wir die Wartezeit auf unseren Bus und gaben mit den bekannten „Irischen Segenswünschen“ ein erstes spontanes Platzkonzert, das uns viel Applaus seitens der Passanten einbrachte.

[Bild nicht gefunden]

Anschließend brachte uns der Bus dann ins Hotel, und schon nachmittags pilgerte die gesamte Gruppe zum Vatikan, wo die Bischofssynode mit einem feierlichen Gottesdienst auf dem Petersplatz eröffnet wurde. Auch die kulinarischen Genüsse, die die ewige Stadt für ihre Besucher bereithielt, wurden ein erstes Mal gekostet.

domitilla-2 Für den nächsten Tag stand neben einer Stadtrundfahrt die Besichtigung der Domitilla-Katakomben an der Via Appia Antica auf dem Programm. Sie gelten mit einer Ausdehnung von 12 km unterirdischer Gänge als die größten und eindrucksvollsten Katakomben Roms. Mit rund 80 ausgemalten Grabräumen beeindruckten uns die frühchristlichen Grabanlagen aus dem 1. – 4. Jahrhundert zudem mit den umfangreichsten in solchen Katakomben erhaltenen Malereien. Am Ende unserer anschaulichen Führung feierten wir in der „Halle des Abschieds“ eine Heilige Messe. Die Akustik dort machte Lieder wie „Christ est venu“ oder „Herr, Du bist mein Leben“ zu einem tollen Erlebnis für Sänger und Zuhörer und erzeugte wahrlich eine Gänsehaut.

petersplatz Der dritte Tag sollte uns nach einem Gottesdienst am Grab des Apostelfürsten Petrus in die Vatikanischen Museen führen. Wir mussten sehr früh aufstehen, um gegen 6:30 Uhr – ausgestattet nur mit einem ganz speziellen italienischen Frühstückspaket – mit dem Bus zum Petersplatz zu fahren. Die Italiener frühstücken ja nicht wie wir ausgiebig, sondern haben in der Regel nur einen Café oder einen Latte Macchiato und vielleicht noch ein süßes Teilchen. Unsere Erwartungen an ein Frühstückspaket war daher etwas zu hoch – es bestand aus einem Päckchen Zwieback, 2 Döschen Marmelade, einem Keks und einem Päckchen Saft. Die meisten nahmen es gelassen – andere Länder, andere Sitten…

petersgrab Nach einigen Wirren gewährte man uns endlich Zugang zu den Grotten des Petersdoms. Am Altar vor dem Petrusgrab durften wir eine Heilige Messe – wenn auch hier nur ohne Gesang – feiern. Eine Pilgergruppe aus der Pfalz schloss sich uns an, und wir erlebten einen zutiefst beeindruckenden Gottesdienst auf diesen „Urfundamenten“ des christlichen Glaubens.

stanzen_fresken Nach der Messe passierten wir große Menschenmengen, die ebenfalls Einlaß in die Vatikanischen Museen suchten, um in unserer angemeldeten Tour von unserer Reiseleiterin Sylvia durch diese geführt zu werden. Unfassbar packend und plastisch erlebten wir die kräftigen Farben der alten Gemälde, Wand- und Deckenbilder und die filigranen Werke der Bildhauer vergangener Zeiten. Am Ende der Führung konnten wir den herrlichen Blick auf Michelangelos berühmte Fresken in der Sixtinischen Kapelle genießen. Danach ging es noch einmal in Ruhe in den Petersdom, um u. a. das Grab von Johannes Paul II. und Johannes dem XXIII sowie z. B. die „Pieta“ von Michelangelo zu sehen.

engelsburg Am Nachmittag führte uns Sylvia dann noch durch Roms Altstadt: Von der Engelsburg führte unser Weg über den Tiber, durch eine Vielzahl enger Gässchen, über die Piazza Navona und ins Pantheon. Von hier aus erkundeten wir die Stadt dann auf eigene Faust weiter.

castel-gandolfo_papstpalast Am folgenden Tag stand eine Fahrt in die Albaner Berge und nach Castel Gandolfo, der Sommerresidenz des Papstes, auf dem Programm. Angekommen auf dem kleinen Marktplatz in Castel Gandolfo genossen wir den bezaubernden Blick auf den glasklaren Albaner See. Wenig später durften wir in Berninis schöner Pfarrkirche eine weitere Heilige Messe feiern und auch wieder – diesmal von unserem Chorleiter Marcus Dahm an der großen Ruffati-Orgel der Basilika begleitet – unsere Stimmen erklingen lassen. Die gesangliche Gestaltung der Messe mit „Jesus Christ, you are my life“, Heinrich Schütz‘ „Kommt herzu, lasst uns fröhlich sein“ oder Gotteslobsätzen wie „Simon Petrus dort am Ufer“ machte uns allen riesigen Spaß. Auch hier hatten wir einige Zuschauer, die angelockt durch unseren Gesang, in die Kirche gekommen waren. Einige nette Lädchen zogen uns anschließend mit hübschen Mitbringseln und regionalen Waren an.

[Bild nicht gefunden]

Dann fuhren wir weiter in den durch seine Weine berühmten Ort Frascati, wo uns in einer der „Cantinen“, kleiner Weinlokale, eine Weinprobe mit leckeren regionalen Spezialitäten – Käse, Schinken, Salami und frischem Brot – erwartete. Während dieser Genüsse wurden wir durch ein heiteres Trio, das italienische Schlager und Klassiker zum Besten gab, auch musikalisch verwöhnt.

Nach unserer Rückkehr nutzten einige von uns nochmals die Gelegenheit, ein letztes Mal in die Innenstadt Roms zu fahren und sich dort noch ein wenig umzusehen oder Mitbringsel zu erwerben.

[Bild nicht gefunden]Der letzte Tag sollte für die meisten der aufregendste werden, denn an ihm sollten wir die Papstaudienz auf dem Petersplatz vor der Basilika St. Peter besuchen. Wir hatten wunderbares Wetter und trotz der recht frühen Stunde schien die Sonne am strahlend blauen Himmel und wärmte uns herrlich. 150.000 Menschen aus aller Herren Länder hatten sich versammelt, um den Papst zu sehen, seine Worte zu hören und seinen Segen zu empfangen. Es war wirklich ein unbeschreibliches Erlebnis, wie Papst Franziskus mit dem Papa-Mobil durch die Menschenmengen fuhr, die vielen Gläubigen begrüßte, ihnen die Hände reichte und Kinder und Kranke segnete. Während seiner Predigt erzählte er dann, dass er das 70. Jubiläum seiner Erstkommunion an eben diesem Tag feiern würde. Mit herzlichem Applaus gratulierten die Pilger ihm.

Nach dem abschließenden, gemeinsamen Segen brachte uns der Bus über Termini, wo Pfarrer Orth und unsere Ehrenvorsitzende wieder in den Zug stiegen, zum Flughafen und wir konnten uns so in aller Ruhe mit vielen großartigen Blicken auf die Schönheiten Roms verabschieden. Alles in Allem war es eine wunderbar gelungene, sehr intensive und interessante Reise, die uns sicher allen lange in Erinnerung bleiben wird – denen, die zum erstem Mal in der ewigen Stadt waren wie auch denen, die schon mehrfach hier sein konnten!

[Bild nicht gefunden]

Diese Reise sollte die erste große Chorreise gewesen sein, aber keineswegs die letzte! Die Planungen für unsere nächste Reise, die wir 2016 antreten möchten, sind schon gestartet. Das nächste Reiseziel ist Irland, die grüne Insel. Herzlich sind wieder alle Sängerinnen und Sänger des Spicher Kirchenchores, aber ausdrücklich auch wieder Familien und Freunde sowie alles Interessierten der anderen Chöre unserer Pfarreien- und Ortsgemeinschaft eingeladen, mit uns auf Reisen zu gehen! Irland, wir kommen!