Chor- & Orgelmusik der Romantik

postkarte konzert 28.9.14 fertig

Am So., dem 28.09. um 17.00 Uhr widmet sich der Chor an St. Hippolytus unter der Leitung von Kantor Michael Veltman bedeutenden Werken der romantischen Kirchenmusik. Michael Veltman wird außerdem auf der großen Rieger-Orgel von St. Hippolytus zwischen den Chorwerken Orgelmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Joseph Gabriel Rheinberger spielen.

Loewe Der aus einer kunstsinnigen Kantorenfamilie stammende Carl Loewe (1796-1869) hatte bei Daniel Gottlob Türk, einem Enkelschüler Johann Sebastian Bachs, sowie dem heute noch durch seine volkstümlich gewordenen Lieder bekannten Johann Friedrich Reichardt die Komposition erlernt. Nach einer erfolglosen Bewerbung um das Amt des Organisten an der Frauenkirche in Halle schrieb sich Loewe im Jahr 1816 als Student der Evangelischen Theologie an der Universität Halle ein. Im öffentlichen Musikleben Halles bewährte sich Loewe als ein hervorragender Tenor. Er hatte bereits während dieser Zeit fast fünfzig Kompositionen, darunter die ersten seiner später berühmten Balladen verfaßt.

Im Jahr 1820 bestand Loewe bei Carl Friedrich Zelter in Berlin das Examen zum Kirchen- und Schulmusiker mit Auszeichnung und wurde dann Kantor und Organist Jakobikirche in Stettin. Hier wirkte er, zugleich als Gymnasiallehrer und städtischer Musikdirektor, für 46 Jahre und erwarb sich einen hervorragenden Ruf als Dirigent, Pianist und auch als Konzertsänger, weshalb er u. A. zum Ehrendoktor der Universität Greifswald und zum Mitglied der Berliner Akademie der Künste ernannt wurde. Nach einem schweren Schlaganfall im Jahr 1864 nahm er 1866 seinen Abschied. Er starb wenige Jahre später in Kiel. Von ihm erklingt die Motette „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“ nach Worten des 51. Psalms.

RheinbergerDer 1839 in Vaduz geborene Josef Gabriel Rheinberger verrichtete bereits als Siebenjähriger den Organistendienst in seinem Heimatort und kam mit 12 Jahren zur Ausbildung an das Münchner Konservatorium, wo er seine Kommilitonen rasch überflügelte und bereits in so jungen Jahren zahlreiche hervorragende Werke schuf. Im Alter von nur 19 Jahren wurde er zum Professor für Klavier, später dann auch für Orgel und Komposition ernannt. In diesem Amt wirkte er bis kurz vor seinem Lebensende und war eine Kapazität von internationalem Rang. Zu seinen Schülern zählten unter vielen anderen Hans von Koessler, Engelbert Humperdinck, Ermanno Wolf-Ferrari, Joseph Renner jun., Lothar Windsperger und Wilhelm Furtwängler sowie eine ganze Generation junger US-amerikanischer Komponisten wie Horatio Parker und George Chadwick. Er gehörte zu den erfolgreichen Komponisten seiner Zeit, an den Verleger, Musiker und Chöre mit Kompositionsaufträgen herantraten. Als Hofkapellmeister des bayerischen Königs Ludwigs II. nahm er seit 1877 eine zentrale Position innerhalb der katholischen Kirchenmusik in Deutschland ein. Seine Messen, Motetten und Orgelwerke sind ebenso vollendet wie wegweisend. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Ritterkreuz des päpstlichen Gregoriusordens, das Komturkreuz des Bayerischen Kronenordens und der Ehrendoktor der Universität München spiegeln diesen überragenden Rang wider. Von ihm erklingt die Motette „Warum toben die Heiden“ nach Worten des 2. Psalms sowie Orgelwerke.

RegerDer für kurze Zeit als Nachfolger Rheinbergers in München wirkende Max Reger wurde 1873 in Brand in der Oberpfalz geboren und wuchs in der nahegelegenen Stadt Weiden auf, wo er schon früh musikalische Unterweisung erhielt. Nach Studien bei dem berühmten Musiktheoretiker Hugo Riemann an den Konservatorien in Sondershausen und Wiesbaden erlitt Reger infolge seiner Militärdienstzeit und beruflicher Rückschläge einen nervlichen und physischen Zusammenbruch und kehrte 1898 ins Elternhaus zurück. Dort steigerte sich Regers musikalische Tätigkeit enorm. 1901 siedelte er nach München um, 1905 wurde er dann als Nachfolger Rheinbergers an die Akademie der Tonkunst berufen, 1907 dann zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium in Leipzig. 1911 gab er dieses Amt auf und trat stattdessen den Posten des Hofkapellmeisters der berühmten Meininger Hofkapelle an. Das große Arbeitspensum zwischen Lehrverpflichtung und Konzertreisen forderte jedoch bald schon seinen Tribut, und nach einem Konzert am 28. Februar 1914 in Hagen brach Reger zusammen. Sein Amt als Kapellmeister legte er daraufhin nieder, führte jedoch seine intensive Kompositions- und Konzertiertätigkeit bald wieder fort. Auf einer Reise erlag er im Mai 1916 einem Herzversagen. Von ihm erklingt die Motette „Tretet her zum Tisch des Herrn“.

DvorakDer Komponist Antonín Dvorák wurde am 8. September 1841 im tschechischen Nelahozeves geboren. Mit 16 Jahren ging er nach Prag, um an der dortigen Organistenschule zu studieren. Gleichzeitig spielte er als Bratschist in verschiedenen Orchestern. Die Organistenschule beendete er als zweitbester Absolvent und gewann durch die Komposition eines Hymnus für Chor und Orchester im Jahr 1873 ein österreichisches Staatstipendium. Er wurde von Johannes Brahms nachhaltig gefördert und erlangte schon bald einen internationalen Ruf als Komponist. 1890 wurde er Professor für Komposition am Prager Konservatorium und 1892 Leiter des neu gegründeten National Conservatory in New York. Sein kompositorisches Schaffen umfaßt Opern, Orchester-, Klavier-, Kammermusik- und Vokalwerke. Dvorák starb am 1. Mai 1904 in Prag. Aus seiner bedeutenden Messe in D-Dur, die durch ihre originellen, böhmisch-folkloristisch geprägten Gedanken und ihren großen harmonischen Reichtum hervorsticht, erklingen Kyrie, Credo und Agnus Dei.

Wir laden sehr herzlich zu diesem abwechslungsreichen Konzert ein! Der Eintritt ist frei, um eine Spende zu Gunsten der kirchenmusikalischen Arbeit des Chores an St. Hippolytus wird gebeten.