Media vita


A-Capella-Konzert der Capella Vocale an St. Hippolytus
Leitung: Kantor Michael Veltman


Sonntag, 7.7.2013, 20.00 Uhr
Pfarrkirche St. Hippolytus

Heinrich Isaac (1450-1517)
Quis dabit capiti meo acquam

John Sheppard (1515-1558)
Media vita in morte sumus

Claudio Monteverdi (1567-1643)
Lagrime d’amante al sepolcro dell’amata (Sestina)

Michael Veltman (*1960)
ich will vom


Dieses Konzert der Capella Vocale an St. Hippolytus zeigt die musikalische Trauer über den Tod eines geliebten Menschen und den Blick, den unsicheren, aber auch hoffenden Blick auf das Danach.

So beklagt Heinrich Isaac, Musiker am Hof der Medici in Florenz, im Jahr 1492 in seiner Motette „Quis dabit capiti meo acquam“ den Tod seines Fürsten Lorenzo des Prächtigen.

Auch der große Meister des Madrigals Claudio Monteverdi komponiert seinen Zyklus „Lagrime d’amante al sepolcro dell’amata“ aus tragischem Anlass: die römische Sängerin Caterina Martinelli, als 13-jährige von Monteverdi entdeckt und gefördert, stirbt 18-jährig an Blattern, knapp bevor sie die ihr gewidmete Hauptrolle seiner Oper Arianna zur Aufführung bringen kann.

Das Hauptwerk des Konzertes aber ist das sechsstimmige „Media vita in morte sumus“ von John Sheppard, das zu den gewaltigsten Werken des 16. Jahrhunderts zählt. Zu Grunde liegt ihm die gleichnamige gregorianische Antiphon – von Luther ins Deutsche übersetzt und in Liedform gebracht als „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“. Die tiefe Eindringlichkeit, die ihren Höhepunkt in der Stelle „ne tradas nos“, „lass uns nicht versinken in des bittren Todes Not“ findet, und die ungewöhnliche Dimension der Komposition lassen vermuten, dass „Media vita“ über seine liturgische Verwendung im Stundengebet der Karwoche hinaus einen besonderen, persönlichen Bezug für Sheppard hatte, der aber für uns im Dunkeln liegt.