Johannes Brahms – Ein Deutsches Requiem

Ein gemeinsames Konzert des Chores an St. Hippolytus und der Kantorei an der evangelischen Johanneskirche

Der Chor an St. Hippolytus feiert sein 125jähriges Chorjubiläum mit einem großen Festkonzert am 27. Oktober 2012 um 20.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Hippolytus.

Zu diesem Anlass wird er, gemeinsam mit den Solisten Nicole Ferrein (Sopran), Fabian Hemmelmann (Bariton) und einem großen symphonischen Orchester, eines der zweifellos bedeutendsten Werke der romantischen Chorliteratur, das „Deutsche Requiem“ op. 45 von Johannes Brahms zur Aufführung bringen.

Bereits der Titel dieses Werkes impliziert die Besonderheit dieses Werkes: Der im evangelisch-lutherischen Hamburg aufgewachsene Brahms vertonte nicht etwa nur die traditionellen Texte einer Totenmesse in einer verdeutschten Fassung, sondern wählte vielmehr aus biblischen Texten in der Fassung Martin Luthers vor allem solche aus, die den Trost der Hinterbliebenen in den Blick nehmen.

Brahms bewies dabei eine beeindruckende Kenntnis der Bibeltexte und Psalmen. Sein „Deutsches Requiem“ wurde so nicht zur Trauermusik, sondern ein Werk zum Trost derer, „die da Leid tragen“, eine ernste, von tiefer Zuversicht getragene Stärkung für die Lebenden. So eröffnet uns Brahms in diesem Werk einen tief bewegenden, ganz persönlichen Blick auf den Tod und die Auferstehung.

Clara Schumann, die langjährige Vertraute des Komponisten, schrieb nach dem Erhalt der Noten des Requiems an den Komponisten: „[…] sagen muß ich Dir noch, daß ich ganz und gar erfüllt bin von Deinem Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend. Ich kann’s, wie Du ja weißt, nie so recht in Worte fassen, aber ich empfinde den ganzen reichen Schatz dieses Werkes bis ins Innerste, und die Begeisterung, die aus jedem Stücke spricht, rührt mich tief, daher ich mich auch nicht enthalten kann es auszusprechen. … Ach könnte ich es hören, was gäb ich wohl darum.“

Eduard Hanslick, der nur schwer zur Zustimmung zu bewegende, gefürchtete Wiener Musikkritiker schrieb seinerseits: „Seit Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms’ deutsches Requiem zu stellen vermag.“

Die Aufführung dieses gewaltigen Werkes anläßlich des 125jährigen Bestehens des Chores an St. Hippolytus, der sich also noch zu Brahms‘ Lebzeiten gründete, setzt auch ein Zeichen der Ökumene: Der Chor an St. Hippolytus singt dieses Konzert gemeinsam mit der Kantorei der evangelischen Johanneskirche Troisdorf, mir der er in den vergangenen Jahren immer wieder freundschaftlich musikalisch zusammengearbeitet hat.

So werden sich die Chöre an diesem Abend wirklich vielstimmig den zarten (Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth), aber auch mit voller Leidenschaft den kraftvollen, kämpferischen Passagen (Tod, wo ist dein Stachel?) dieses Werkes hingeben können.

Neben diesem Werk wird die Capella Vocale an St. Hippolytus, die sich in diesem Jahr intensiv mit dem italienischen Renaissancemeister Claudio Monteverdi beschäftigt, das 1614 veröffenlichte, sechsstrophige Madrigal „Lagrime d’Amante al Sepolcro dell’Amata“ („Die Tränen des Geliebten am Grabe seiner Geliebten“) vortragen, ein wie ein musikalisches Grabmal anmutendes, sehr verinnerlichtes Werk, das zum Brahmsschen Requiem hinführt.

Ab sofort können Sie Karten zum Preis von 20€ im Pastoralbüro, im Kirchencafé der Johanneskirche, bei den Chormitgliedern und bei Wäsche und Mieder Vogel, Hippolytusstr. 20 erwerben.