Josef Gabriel Rheinberger – Stabat mater

Am Passionssonntag, dem 25.03. um 17.00h lud das Troisdorfer Vocalensemble zu diesem Konzert in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Spich ein, in dessen Mittelpunkt Maria und das Passionsgeschehen stand.

Das neun Monate vor Weihnachten gefeierte Hochfest Mariä Verkündigung war hierbei der Anlaß zum ersten Teil des Konzertes. Das Geschehen dieses Festes wurde durch den Gruß des Engels an Maria in der Vertonung von Alexandre Guilmant, gesungen von Martina Bös-Odenthal und an der Orgel begleitet von Seelsorgebereichsmusiker Marcus Dahm, sowie Marias Antwort in dem berühmten „Dixit Maria ad Angelum“ Hans Leo Hasslers, des einstmals hochberühten Kammerorganisten der Familie Fugger, reflektiert, welches durch das Troisdorfer Vocalensemble vorgetragen wurde.

Die Passion Jesu, die vom Passionssonntag an zusehends ins Zentrum der österlichen Bußzeit gerückt wird, lag, ebenfalls mit Blick auf die Gottesmutter, dem zweiten Teil des Konzertes zugrunde. Zu diesem Teil führte die affektgeladene Klage der Gottesmutter, „Il pianto della Madonna“ in der Vertonung des großen Meisters an der Schwelle der Renaissance zum Barock, Claudio Monteverdis, hin.

Die sich anschließende, dramatische Sequenz „Stabat mater dolorosa“, die eigentlich für das Fest der Sieben Schmerzen Mariä entstanden ist, beschrieb bildreich die Schmerzen, die Maria während der Kreuzigung ihres Sohnes erduldete.

Diese Sequenz gehört von jeher zu den Texten, die die Komponisten besonders zu Vertonungen anregten. Im Konzert des Vocalensembles war eine nahezu unbekannte Vertonung des eher für seine spielfreudigen Instrumentalkonzerte bekannten Antonio Vivaldi sowie eine Vertonung des bedeutenden Romantikers Joseph Gabriel Rheinberger zu hören. Vivaldis beeindruckende Komposition für Alt Solo, Streicher und Generalbaß, die in ihren dunklen Farben so anders ist als die für ihn typischen Instrumentalwerke, entstand im Jahr 1712 für das Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für Mädchen in Venedig, in dem Vivaldi als Lehrer und Orchesterleiter wirkte; sie wurde von Ursula Sottong, begleitet vom Kammerorchester der Pfarreiengemeinschaft vorgetragen, welches von Marcus Dahm vom Cembalo aus geleitet wurde.

Rheinbergers in ihrer Verinnerlichung unmittelbar berührende Komposition entstand im August 1884. Der Anlaß hierfür war ein sehr persönlicher gewesen: Der stets unter einer sehr angegriffenen Gesundheit leidende Komponist, der viele Jahre lang die rechte Hand aufgrund einer schweren Handentzündung nicht mehr richtig gebrauchen konnte, hatte in der ersten Jahreshälfte 1884 nach einer erneuten Verschlimmerung seiner Krankheit die Komposition dieses Werkes gelobt, die er nach seiner Genesung während seines alljährlichen Kuraufenthaltes in Wildbad Kreuth einlöste. Auch dieses Werk wurde durch das Troisdorfer Vocalensemble, begleitet durch das Kammerorchester vorgetragen. Zwischen den einzelnen musikalischen Werken hatte Dr. Hans-Peter Olbertz in einfühlsamer Weise verbindende Gedanken ausgeführt und poetische Werke, u. A. aus Rilkes „Marienleben, rezitiert.