Claudio Monteverdi – O imagini belle

Unter diesem beziehungsreichen Titel lädt die Capella Vocale Troisdorf unter der Leitung von Kantor Michael Veltman am Samstag, dem 24.03. um 20.00h zu einem Konzert mit Madrigalen des 16. und 17. Jahrhunderts in die Evangelische Johanneskirche Troisdorf ein, welches in Verbindung mit Bildvorträgen des bekannten, in Troisdorf lebenden Bildhauers und Kunsthistorikers Ulrich Forster zu einem tieferen Verständnis der Kunst und Musik dieser Epoche beitragen will.

Die Musik Claudio Monteverdis, des großen Komponisten an der Schwelle der Renaissance zum Barock, die an diesem Konzertabend zu hören sein wird, klingt vielen Menschen heute recht fremd. Das gilt durchaus auch für solche Hörer, die mit den Werken der klassischen Literatur durchaus vertraut sind. Die affektvolle Musik Monteverdis, noch weit vor den vertrauteren Werken Bachs und Händels entstanden, stellt die heutigen Hörer vor zahlreiche Herausforderungen.

Interessanterweise geht es uns da bei einer anderen Kunstgattung, bei der bildenden Kunst, vor allem in der Malerei, ganz anders. Um die „Gesichter der Renaissance“ zu sehen, standen die Menschen in Berlin geduldig Schlange – die große Leonardo-da-Vinci-Schau in London war bereits ausverkauft, bevor sie überhaupt eröffnet worden war. Dabei ist diese Malerei viel früher entstanden, als Monteverdis Musik. Dieser auffällige Unterschied in der Vertrautheit des Blicks in die Vergangenheit, veranlaßte die Capella Vocale Troisdorf und den Bildhauer und Kunsthistoriker Ulrich Forster zu diesem ungewöhnlichen Projekt eines kunst- und kulturgeschichtlich geführten Konzertes mit Hilfe eines Bildvortrags.

Um die offensichtlich so fremdartigen und dennoch so modernen Madrigale Monteverdis und auch einiger seiner Zeitgenossen verstehen und einordnen zu können, sollen in einer spannenden Gegenüberstellung von Kunst und Musik jene Entwicklungslinien untersucht werden, die das ausgehende Renaissancezeitalter ausmachten. Die Kunsthistoriker haben für diese Epoche den Begriff des Manierismus geprägt. Was verbirgt sich dahinter? Lässt er sich ohne weiteres auf die Musikgeschichte der Zeit übertragen? Nach der Betrachtung von Raffaels Verlöbnis Mariens und El Grecos Eröffnung des fünften Siegels werden die beeindruckenden Parallelen dieser Kunst zu den anschließend dargebotenen Motetten Carlo Gesualdos oder Giovanni Pierluigi da Palestrinas und ebenso zu den Monteverdimadrigalen, mit dem die Capella Vocale das Konzert beendet, förmlich in Auge und Ohr springen.

Freuen Sie sich auf einen spannenden kulturgeschichtlichen Streifzug ins späte 16. und frühe 17. Jahrhundert!

Eintritt: 12 €, (Kinder unter 12 Jahre: 2 €)